Vom Anfang und vom Ende
Weltmeister Patric Looser und Nachwuchstalent Lisa Wild dominieren die Voltigierwettbewerbe der Partner Pferd

Er liefert derzeit ab wie eine Maschine. Präzise, konsequent, nahezu fehlerlos. Patric Looser aus der Schweiz ist im internationalen Voltigiersport seit gut zwei Jahren eine Klasse für sich. Auch in Leipzig dominierte der 27-Jährige das internationale Starterfeld nach Belieben. Herausragende 9,25 Punkte – und damit sage und schreibe einen gesamten Punkt mehr als die Konkurrenz – verbucht der amtierende Welt- und Europameister nach zwei Umläufen. Am Finaltag konnte sich der sympathische Rotschopf sogar noch einmal steigern, fand wie kein anderer Teilnehmer die vollendete Harmonie mit dem Galoppsprung seines Vierbeiners Record RS von der Wintermühle. „Wir sind derzeit ein funktionierendes Team, können bei jedem Turnier unsere Leistung abrufen. Das genieße ich“, kommentierte Looser seinen souveränen Durchmarsch. Es war sein dritter Sieg bei seinem dritten Auftritt im Winter-Weltcup. Nun folgt in zwei Wochen nur noch das Finale der Serie in Bordeaux. Dort will Looser seinen Titel, den er zur Premiere 2011 in Leipzig eroberte, verteidigen.


Patric Looser wird gefeiert © Daniel Kaiser - www.danielkaiser-delitzsch.de

Es wäre ein krönender Abschluss einer traumhaften Karriere. Denn der Pferdeakrobat hat in den vergangenen beiden Jahren alles gewonnen, was es in dieser Disziplin zu gewinnen gibt und will im Anschluss gemeinsam mit seinem Vierbeiner aus dem aktiven Sport zurücktreten. „Ich bin fit, mein Pferd ist gesund. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt“, stellte Looser im Rahmen der Wernesgrüner Pferdenacht fest, bei der ihm seine Voltigierkollegen anlässlich seines letzten Deutschland-Auftritts einen würdigen Abschluss bereiteten. Treu bleiben wolle er dem Sport aber weiterhin, kündigte der 27-Jährige an. In Zukunft möchte er sich in seiner Wahlheimat Köln noch intensiver als Trainer engagieren, seine Erfahrungen aus über zwei Jahrzehnten an den Nachwuchs weitergeben. Sein 20-jähriger Begleiter Record hingegen wird von nun an auf saftigen Weiden grasen. Und zwar in seiner Heimat Ungarn. Denn dort wird der Hengst, der erst im späten Alter von 15 Jahren von der Dressur zum Voltigiersport kam, zurückkehren.

Während sich die Karriere des Einen also zielstrebig dem Ende nähert, gewinnt die Laufbahn einer Anderen immer mehr an Fahrt. Einmal mehr hieß die Siegerin eines Weltcup-Damenwettbewerbs Lisa Wild. Die Österreicherin hatte bereits per Wildcard in München gewonnen und wiederholte dieses Kunststück nun in der Pleißestadt. Das Außergewöhnliche: Die junge Dame ist gerade einmal 16 Jahre jung, voltigiert ihre hochkarätige Konkurrenz aber immer regelmäßiger in Grund und Boden. Diesmal mussten sich Anna Cavallaro aus Italien und Rikke Laumann aus Dänemark mit den weiteren Plätzen zufrieden geben. Auch Wild war im Übrigen auf Record am Start. Ohne ausschweifende Trainingsmöglichkeiten im Vorfeld. Eine Leistung, die angesichts dieser Tatsache noch mehr Anerkennung verdient. „Wenn sie gesund bleibt, wird sie über viele Jahre hinweg dominieren“, prophezeite Looser.


Lisa Wild © Daniel Kaiser - www.danielkaiser-delitzsch.de

Ergebnisüberblick
FEI World Cup Einzelvoltigieren Damen

1. Umlauf
2. Umlauf

FEI World Cup Einzelvoltigieren Herren
1. Umlauf
2. Umlauf

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Daniel Kaiser für ReitSportNews